Kurs in Erster Hilfe für Geflüchtete

Rotes Kreuz führt Ukrainer in lebensrettende Maßnahmen ein

Im Rahmen der Ukraine-Hilfe des regionalen Kreisverbandes des Roten Kreuzes nahmen sieben Geflüchtete im DRK-Treffpunkt am Stockheimer Ring kürzlich an einem Kurs in Erster Hilfe teil. Die Inhalte vermittelte den vor in ihrem Land tobenden Krieg geflohenen Menschen Ausbilder und Rettungssanitäter Dieter Sedlacek, indem er eine kurze Einführung in die Theorie gab und anschließend mit den Teilnehmern viele Fallbeispiele trainierte. 

Diese waren unter anderem die stabile Seitenlage, Maßnahmen der Herz-Lungen-Wiederbelebung sowie die Versorgung von frischen Wunden nach Unfällen.  Ebenso war die Struktur des deutschen Rettungswesens Thema der Veranstaltung mit neun ausgewählten und auf die Teilnehmer abgestimmten Unterrichtseinheiten. 

Dafür wurde realitätsnah geschminkt und denkbare Notfallsituationen nachgestellt. Als Dolmetscherin und Unterstützerin bei den Übungen fungierte die ukrainische Neurologin Dr. Olga Masur, die schon seit 2013 in Deutschland lebt. 

Organisiert und auf den Weg gebracht haben den kostenfreien Kurs Dagmar Emig-Mally, Hauptabteilungsleiterin der Sozialen Dienste beim Roten Kreuz in Erbach, sowie Olga Masur und Koordinatorin Jennifer Trumpfheller. 

Aufgrund der problemlosen Übersetzung wurden die Sprachbarrieren ausgeblendet und der Zeitrahmen dahingehend angepasst. „Denn das Verständnis und die im Notfall praktische Umsetzung des Gelernten ist uns ein wichtiges Anliegen. Dafür investieren wir gerne unsere Zeit. Auch an einem Sonntag“, so Emig-Mally und Sedlacek unisono. 

Oksana aus Rivne ist seit März im Land und fand den Tag durchaus gewinnbringend für ihre Fertigkeiten in Erster Hilfe. Manche Hilfsmittel waren den Teilnehmern neu und fanden nach einer kleinen Erläuterung uneingeschränkte Akzeptanz. In einem kurzen Exkurs vermittelte Sedlacek ebenfalls die Normen und Werte des international gültigen Rot-Kreuz-Gedankens. „Helfen, egal wem!“, so die Devise des Gründers Henry Dunant. Aufgrund der positiven Aufnahme möchte das DRK den Kurs in dieser Form ein weiteres Mal anbieten. Alle Teilnehmenden waren zuvor negativ auf das Corona-Virus getestet worden.