Notunterkunft Relypark schließt Ende Juni

– Gebrauchtkleidung nur noch für Modetruhe –

Nachdem der Hessische Sozialminister Mitte Mai auch die Schließung der Notunterkunft Relypark in Michelstadt bekanntgegeben hat, steht nun fest, dass die letzten der dort noch untergebrachten 160 Flüchtlinge Ende des Monats in eine Hessische Erstaufnahmeeinrichtung verlegt werden.

Entsprechend wurde der Betreibervertrag, den der Odenwaldkreis im Auftrag des Landes Hessen mit dem DRK-Kreisverband im November 2015 geschlossen hatte, nunmehr gekündigt. Rund 40 DRK-Mitarbeiter, die in verschiedenen Leitungs-, Verwaltungs- und Betreuungsaufgaben in der Notunterkunft eingesetzt waren, sind von der Schließung der Einrichtung betroffen.

Am 3. Oktober 2015 hatte der Hessische Sozialminister per Einsatzbefehl den Landrat des Odenwaldkreises beauftragt, schnellstmöglich eine Notunterkunft für bis zu 1.000 Flüchtlinge einzurichten. Eine Herausforderung, der sich Landrat Frank Matiaske mit seinem Stab der Unteren Katastrophenschutzbehörde unter Leitung von Kreisbrandinspektor Horst Friedrich unter Beteiligung des Roten Kreuzes, der Feuerwehren und des THW sowie zahlreicher freiwilliger ungebundener Helfer stellte.

In sehr kurzer Zeit entstand eine Einrichtung, die für ihre Art beispielhaft war und die ab 1. Dezember 2015 vom DRK-Kreisverband mit hauptamtlichen Mitarbeitern weitergeführt wurde. Rund 40 neue Arbeitsplätze wurden von der Odenwälder Rotkreuzorganisation geschaffen. Nach wie vor unterstützt von vielen ehrenamtlichen Helfern, wird der Betrieb bis zuletzt vom DRK fortgeführt.

Mit der Schließung der Einrichtung wird auch die vom DRK eingerichtete Annahmestelle für Gebrauchtkleider geschlossen. Die dort vorhandenen Bestände wurden verschiedenen Einrichtungen der Flüchtlingshilfe angeboten.

Das DRK selbst wird seine Kleidersammlungen über die im Kreisgebiet aufgestellten „Altkleidercontainer“ fortführen und nimmt während der Öffnungszeiten der Modetruhe Spenden von gut erhaltener Bekleidung für diese in der Erbacher Bahnstraße entgegen.

Landrat Matiaske bestätigte den DRK-Verantwortlichen, insbesondere aber den in der Notunterkunft eingesetzten ehrenamtlichen Helfern und hauptamtlichen Mitarbeitern, eine sehr gute Zusammenarbeit. Dies gilt auch für die Mitarbeiter der für die Verpflegung verantwortlichen Integra, wie auch des TKS-Sicherheits-dienstes. „Insbesondere das herausragende Engagement der in den verschiedenen Bereichen und Aufgabenfeldern der Notunterkunft tätigen Personen, hat den Aufenthalt der dort schutzsuchenden Flüchtlinge wesentlich erleichtert und zu einem guten und menschlichen Miteinander beigetragen“, so der Landrat gegenüber dem Odenwälder Kreisverband des Roten Kreuzes.