4. März 2026

Die Maschen der Betrüger

Carina Oberle (links) und Daniela Stummer übergeben Flyer zur Vorbeugung an Beate Hauck, die mit Kolleginnen das DRK-Erlebniscafé organisiert. (Foto: Michel Lang / DRK Odenwaldkreis)

Polizei zu Gast im DRK-Erlebniscafé

Verbrecher sind dreist. Wie ausgefeilt deren Methoden beim Betrug älterer Menschen sind, bewiesen kürzlich Hauptkommissarin Carina Oberle und Oberkommissarin Daniela Stummer. Die beiden Vorort-Schutzfrauen waren Gäste im Erlebniscafé des Roten Kreuzes in Erbach. 

Worum geht es? „Vorbeugung und Wissen sind gute Methoden, um sich vor bösen Überraschungen zu schützen“, betonten die beiden. 400.000 Euro Schaden im Jahr 2023, 100.000 Euro im Odenwaldkreis 2020. Die Tendenz steige. Dies hänge mit den immer moderneren Methoden der Übeltäter zusammen. Auch müsse man die Dunkelziffer beachten. Viele Leute schämten sich und erstatten keine Anzeige. 

Oberstes Gebot: „Lassen Sie nie fremde Menschen ins Haus, die sich nicht ausweisen können!“ Im Zweifel solle man die Polizei über Tel. 06062 / 9530 um Unterstützung bitten. Auch müsse man sich nicht scheuen, die Notrufnummer 110 zu wählen. Wie gehen die Kriminellen vor? „Beliebt sind Schockanrufe: Ein Angehöriger hätte einen Unfall mit Todesfolge verursacht. Die machen emotionalen Druck und fordern eine hohe Kaution, damit der Verursacher nicht ins Gefängnis muss. Diese Geldhinterlegungen gibt es in Deutschland nicht. Das Gespräch abbrechen, die betreffende Person anrufenund die Polizei benachrichtigen“, wusste Daniela Stummer. Oftmals überraschten am Telefon Rechtsbrecher mitGewinnbenachrichtigungen. „Die wollen nur Bankdaten abschöpfen. Auflegen. “, machte Oberle deutlich. 

Zudem gäben sich manche Gauner am Telefon als Polizisten aus. Sie verlangten, dass man ein gleich eintreffender zivilerKollegen Geld und Schmuck in Sicherheit bringe. Noch nicht gefasste Einbrecher trieben im Viertel ihr Unwesen. Und jetzt? „Die Polizei ruft niemals aus solchem Grund an. Wenn die 110 beim Telefon aufleuchtet, ist das nie echt“, sagte Carina Oberle. 

Zudem wählten die Gangster gerne dreistellige Telefonnummern aus oder Vornamen wie beispielsweise Hildegund oder Otto. Da wisse man, dass es sich um lebensältere Bürger handele. „Im Zweifel die Nummer vom Anbieter entfernen lassen, denn die Bekannten und Verwandten wissen diese ja.“, empfahlen die Polizistinnen. 

Nicht angemeldete Handwerker, Geldberater oder gar Polizisten? „Meist kommen die zu zweit. Der eine lullt einen ein, der andere räumt die Wertgegenstände ab“, so Oberle. Wer sich informieren will, könne dies auch bei ehrenamtlichen Sicherheitsberatern tun. Deren Kontakte seien über die Gemeindeverwaltungen zu bekommen. 

Erlebnis-Café

Bahnstraße 43 (barrierefreier Eingang in der Alten Poststraße um die Hausecke herum)
64711 Erbach

Ihre Ansprechpartnerinnen zum Erlebnis-Café
Beate Hauck und Katrin Schröder

06062 607-100 oder 0171 6463586

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