30. März 2026

Viele Besucher beim Treffen zum 25jährigen Bestehen des Gesprächskreises Trauer

Gut besucht war die DRK-Veranstaltung zum 25jährigen Bestehen des Gesprächskreises Trauer. Pfarrer Roger Fromuth würdigte dessen Arbeit. (Foto: DRK)

Rotes Kreuz unterstützt und hilft den Angehörigen

„Geteiltes Leid ist halbes Leid“, heißt es. Wenn man über den Verlust eines nahen Angehörigen oder guten Freundes mit Schicksalsgenossen sprechen kann, lässt sich das Unerträgliche zumindest abgemildert durchleben. Aus diesem Grund gibt es den Gesprächskreis Trauer im Roten Kreuz. Kürzlich hatte DRK-Gruppensprecherin Friedel Weyrauch zum 25jährigen Bestehen der Selbsthilfegruppe eingeladen.

Zahlreiche Teilnehmer, darunter auch ehemalige, waren gekommen. Auch jenes Ehepaar, das die Idee vor einem Vierteljahrhundert zu Gründung der Gruppe gegeben hat. Die Tochter war verstorben, und die beiden vermissten Ansprechpartner und gleichermaßen Betroffene. „In diesem geschützten Raum kann man nun ohne Scham sein Herz öffnen, weinen und auch mal lachen“, war häufig zu hören. 

„Sterbebegleitung können wir leisten, Trauerbegleitung oft nicht. Denn dafür fehlt uns einfach die Zeit“, sagte der evangelische Pfarrer Roger Fromuth aus Beerfelden. „Deshalb ist es ein Segen, dass es diesen Kreis gibt.“ Trauere man alleine, könne man krank werden. Auch falle einem irgendwann die Decke auf den Kopf.

„Leider haben wir das Problem, über Gefühle zu sprechen. Vorwiegend Männer“, meinte der Kirchenmann. Erfreulicherweise fänden sich in dieser Gruppe auch viele Herren, denn Trauer habe absolut nichts mit dem Geschlecht zu tun, stellte die Ärztin Dr. Ina Schmerker-Schank-Goldschmidt fest. Floskeln oder gar Parolen, wie man mit dem Unfassbaren umgehen solle, seien nicht zielführend. Hier habe man aber ein Nest, in das man sich fallen lassen könne.

Konrad Bäumle, ehemaliger Vorsitzender des DRK-Odenwaldkreis, lobte: „Hier wird tolle Arbeit geleistet und die hat einen Namen: Friedel Weyrauch.“ Dies bestätigten auch einige Gäste: „Ich bin dankbar, dass ich hierher kommen kann. Alleine käme ich nicht zurecht“, unterstrich ein Mann, dessen Lebensgefährtin gestorben ist. Ein anderer gestand unter Tränen: „Vier Jahre bin ich jetzt hier, Das hilft mir ungemein. Man lernt andere Sichtweisen kennen, die heilsam sind.“ Eine Frau schätzt die Atmosphäre: „Diese Gruppe hilft mir beim Zurückfinden ins Leben“, bekannte sie.

Mit möglichen Auswegen aus der Not beschäftigt sich der „Gesprächskreis Trauer“ des Roten Kreuzes immer am letzten Mittwoch eines Monats von 17 bis 18.30 Uhr in der Bahnstraße 43 in Erbach. Begleitet wird die Gruppe von Friedel Weyrauch, sie ist unter Tel. 0162 2578112 erreichbar. Conny Walther kann man Tel. 0171 2891475 kontaktieren.

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