Stabile Seitenlage, Sondersignal und prima Pizza

Girl’s Day des Roten Kreuzes kommt bei den Mädels bestens an

„Mir haben die ganzen Sachen sehr gut gefallen, besonders aber die Fahrt mit Blaulicht und Sirene“, schwärmt Anna Leib (11) aus Lengfeld und nennt noch die tolle Pizza, die es in der Mittagspause gegeben hat.

Abwechslungsreicher konnte dieser Tag für die Mädchen zum „Girl’s Day“ am vergangenen Donnerstag kaum sein. Denn unter der Federführung der Notfallsanitäter Adrian Knecht und Andrea Kummer hat das Rote Kreuz zwischen 9 und 15 Uhr rund 20 Schülerinnen aus dem Odenwald einen schmackhaften Cocktail an Wissen und Spaß serviert, wie er einfallsreicher kaum gemixt sein konnte.

Mit der jährlichen Aktion wollen Schulen und Veranstalter junge Frauen mit typischen Männerberufen bekanntmachen, um deren Dominanz in diesen Jobs zu mindern und somit zu Gleichberechtigung sowie Chancengleichheit beizutragen. Im Rettungsdienst des Odenwälder DRK-Kreisverbandes wird dies bereits konkret umgesetzt, da ein hoher Prozentsatz der angestellten Rettungskräfte Frauen sind.

Somit waren denn auch Notfallsanitäterin Anna-Lena Grünewald sowie die Rettungssanitäterinnen Jana Korn und Lea Rug ins spielerisch gestaltete Geschehen eingebunden. Stolz waren die jungen Damen auf die originale Dienstkleidung mit extra hergestellten Namensschildern, was sie optisch mit ihren hauptamtlichen Kolleginnen gleichgestellt hat.

Nach der Kennlernrunde ging es dann auch gleich in die Vorbereitung eines Einsatzes, wozu das Schienen von Armen und Beinen, aber auch das Erlernen von Verbänden zählte. Viel Freude machte die Vermittlung der Stabilen Seitenlage bei bewusstlosen Personen. Das erinnerte manche Teilnehmerin an Bodenturnen im Sportunterricht. Auch die vielfältigen Funktionen der Fahrtrage mit anschließendem Probeliegen kamen bei den Mädchen gut an.

Absoluter Höhepunkt war natürlich eine kleine Einsatzfahrt mit Blaulicht und Horn über den Hof der Rettungswache. „Das war total spannend und innen gar nicht so laut wie außen“, stellte Nora Helene Götz (11) aus Klein-Gumpen fest. Körperlich gefordert waren die Retterinnen auf Zeit beim Üben der Herz-Lungen-Wiederbelebung. „Da sah man manchen Schweißtropfen auf die Phantompuppen fallen“, erzählt Andrea Kummer, die auch, erklärend angepasst an das jeweilige Alter zwischen elf und 17 Jahren, das EKG-Gerät mit den Defibrillator für die Elektroschocks vorgestellt hat. „Probieren geht über Studieren“, so die Devise von Adrian Knecht, was die Mädchen in ihren praktischen Beispielen wunderbar und hoch motiviert umgesetzt haben.

Als Entlohnung gab es einen ganzen Sack voller Wissen über den Rettungsdienst und ein kleines Einkaufstäschchen mit Verbandsmaterial und Süßigkeiten. „Jederzeit wieder. Schließlich brauchen wir fähigen weiblichen Nachwuchs“, freute sich Anna-Lena Grünewald im Nachgang. Ob nach dem Schulabschluss sich die eine oder andere Teilnehmerin für diesen Weg entscheidet, wird sich zeigen. Die Namen sind bekannt.