„Zu dünn? Alles zum Kotzen? Und jetzt?“

Junge Selbsthilfe im Roten Kreuz hat Gruppe für magersüchtige Frauen gegründet

Wer mit wachen Augen seine Mitmenschen beobachtet, wird vermehrt auf korpulente und dünne Figuren aufmerksam. Das Mittelmaß ist in der Minderzahl. Dies liegt unter anderem daran, dass die Zahl der Essstörungen zunimmt, wobei die Gründe in unterschiedlichen Ursachen zu suchen sind.

Besonders die Magersucht und die sogenannte Ess-Brech-Sucht sind ein häufiges Problem junger Frauen. Ein Austausch unter Betroffenen im geschützten Rahmen kann den Leidensdruck lindern. Deshalb bietet seit Mitte Juli die Junge Selbsthilfe im DRK-Kreisverband Odenwaldkreis unter Beachtung der Schweigepflicht ein Gruppenangebot für junge Frauen zwischen 16 und 25 Jahren an. Dieses wird von der Familientherapeutin Lena Raubach fachlich begleitet und hat explizit die Lebenswelten dieser Altersgruppe im Fokus.  

„Leben hat Kurven“ nennt die Initiatorin im Schulterschluss mit der DRK-Selbsthilfesprecherin Friedel Weyrauch diesen Weg der Unterstützung, der verständlicherweise keine medizinischen Heilansätze, aber gute Gespräche samt fundiertem Wissen verspricht. Die Teilnehmerinnen können sich austauschen und über ihre Erfahrungen sprechen. Die Teilnahme ist kostenlos und wird auf zwei Jahre von der Innungskrankenkasse (IKK) gefördert. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig. Der regelmäßige Besuch wird empfohlen, ist aber keinesfalls verpflichtend. 

Die offenen Treffen finden montags von 19.30 bis 21 Uhr in Erbach im DRK-Selbsthilfezentrum an der Bahnstraße 43 (Eingang Alte Poststraße) statt. Interessentinnen können sich bei Lena Raubach unter Tel. 06062 / 9562869 oder der E-Mail: info@lena-raubach.de informieren. Auskünfte erteilt ebenso Friedel Weyrauch unter Tel. 06062 / 607601 sowie 0162 / 2578112 oder der E-Mail: selbsthilfe@drk-odenwaldkreis.de.