Rotes Kreuz ist überrascht vom guten Zuspruch bei der ersten Vor-Ort-Impfung

Mobiles Team hat Bürger der Siedlung Stockheimer Weg mit Johnson & Johnson versorgt

Bildinformation: Lenhard Steek bei der Impf-Aufklärung und Registrierung durch das DRK-Team. (Foto: Michel Lang / DRK Odenwaldkreis)

MICHELSTADT. Als beachtlichen Teilerfolg wertet Patrick Knirim, Einrichtungsleiter des lokalen Impfzentrums, das im Auftrag des Odenwaldkreises vom Roten Kreuz betrieben wird, die erste Vor-Ort-Impfung der Hilfsorganisation im Stockheimer Weg in Michelstadt. Dort wurden am vergangenen Donnerstag zwischen 15 und 18 Uhr vorwiegend Bewohner der Siedlung mit dem nur einmal zu verabreichenden Serum von Johnson & Johnson geimpft. 

Schon vor Beginn der Aktion hatten sich über 50 Personen aus den Wohnblocks eingefunden, um an das Vakzin zu gelangen. „Gegen 16 Uhr konnten wir einen dritten Arzt für die Aufklärungsgespräche gewinnen, da immer mehr Impfwillige gekommen waren“, sagt Knirim erfreut im Nachgang. Die anfangs mitgebrachten 30 Impfdosen hatten nicht ausgereicht. Es musste nachgeordert werden. Also keine Rede von Impfmüdigkeit? 

„Hier jedenfalls nicht. Manche Menschen scheuen den Besuch im Zentrum. Und da wir ja möglichst viel Impfstoff in die Arme bringen wollen, fahren wir neuralgische Punkte mit mobilen Teams an“, erklärt der an diesem Tag für die Organisation mitverantwortliche Manfred Leuthäußer vom Roten Kreuz. 

Doch der Verband macht auch unmissverständlich klar, dass diese sogenannten aufsuchenden Impfungen Ausnahmen seien, um eben jene Mitbürger zu erreichen, die schlecht deutsch sprechen, aus kulturellen Gründen eher zögerlich bei Besuchen im großen Impf-Zelt sind oder Probleme mit der recht komplexen Bürokratie haben. „Diese Klientel holen wir ab, in dem wir hinfahren“, sagt Leuthäußer und ist selbst über den großen Zuspruch im Viertel überrascht. 

„Für mich war diese Impfung keine Frage, als ich vom bevorstehenden Besuch des Roten Kreuzes gehört habe“, antwortete der aus Russland stammende Lenhard Steeg (64), der schon lange in einem der Blocks lebt. „Ich will gesund bleiben, Bedenken habe ich keine. Die Delta-Variante kommt und da erscheint mir ein Schutz nur logisch.“ 

Auch Sonja Wünsche (64) aus der unweiten Erbacher Straße argumentiert so. „Ich will geschützt sein und wenn das manchen egal ist, ist das deren Entscheidung. Ich jedenfalls möchte die Impfung unbedingt haben.“ 

Projektleiter Oliver Keil ist nun gespannt, wie die Vor-Ort-Impfung am Donnerstag, dem 22. Juli, von 16 bis 19 Uhr auf dem Marktplatz in Höchst angenommen werden wird. 

Weitere Angebote befinden sich in der Planung. Auch da hoffen die Rotkreuzler auf reichlich Zuspruch im Zuge des Schutzes vor der Pandemie. 

Wie gut die Resonanz sein kann, zeigt das aktuelle Angebot in der Siedlung Stockheimer Weg. „101 Dosen konnten geimpft werden“, resümierte Keil zufrieden am Schluss der Veranstaltung.