Georg Kaciala einstimmig zum Vorsitzenden gewählt

DRK-Kreisverband mit positiver Bilanz

Norbert Södler, Präsident des DRK-Landesverbandes Hessen, und Kreisvorsitzender Georg Kaciala bei der Übergabe der Verdienstmedaille des DRK-Landesverbandes an Günther Daum (v.l.) © Rosi Geist / DRK

Einstimmig wurde Georg Kaciala von den Delegierten des DRK-Kreisverbandes bei der diesjährigen Kreisversammlung an die Spitze der Organisation gewählt.

Nach dem plötzlichen Tod des seitherigen Kreisvorsitzenden Dr. Roland Krauhs Mitte Juni dieses Jahres, wurde Kaciala vom Vorstand der Odenwälder Rotkreuzorganisation kommissarisch als Vorsitzender eingesetzt, um dessen Aufgaben zu übernehmen.

Der nunmehrige Vorsitzende wurde 2014 als Nachrücker zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden gewählt. In dieser Eigenschaft, aber auch als langjähriges DRK-Mitglied und früherer Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Fränkisch-Crumbach, hat Kaciala gute Einblicke in die Rotkreuzarbeit gewonnen. Berücksichtigt man seinen beruflichen Werdegang als studierter Betriebswirt, ehemaliger Geschäftsführer und Aufsichtsratsvorsitzender, so bringt der Neugewählte alle Voraussetzungen mit, um gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen des Vorstandes über die Geschicke des DRK-Kreisverbandes zu befinden.

Weitere personelle Veränderungen gab es in den Bereichen der ehrenamtlichen Arbeit, wo Markus Hofmann als Kreisbereitschaftsleiter, Frank Ziergiebel als dessen Stellvertreter, Klaus Overkamp als Leiter der Sozialarbeit und Sylvia Mertens als dessen Stellvertreterin ebenfalls einstimmig in ihren Ämtern bestätigt wurden.

In seinem Bericht über das zurückliegende Jahr berichtete Kaciala von zahlreichen Aktivitäten und Herausforderungen, denen sich das Odenwälder DRK stellen musste. „Erneut müssen wir feststellen, dass Anforderungen, Kostendruck und Wettbewerb weiter steigen. Den Anforderungen gerecht zu werden ist nicht leicht in einem Bereich, der sich selbst nur zum Teil über harte Faktoren definiert und andererseits aber hohe Anforderungen an menschliche Qualitäten stellt, der traditionelle Werte und humanitäre Ansprüche verkörpert, wie kaum ein anderer“, so der Vorsitzende.

Mit rund 9.800 Mitgliedern in 16 Ortsvereinen und 13 Bereitschaften, 2 Bergwacht-Bereitschaften, einer Wasserwachtgruppe und 10 Jugendrotkreuzgruppen sowie über 400 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und rund 316 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das DRK im Odenwaldkreis gut aufgestellt.

In einem Überblick informierte Kaciala über die wesentlichsten Aktivitäten, die in den 27 unterschiedlichsten Bereichen des Kreisverbandes zu verzeichnen waren. Er erinnerte an die Veranstaltungen zum 150jährigen Jubiläum, insbesondere aber auch an die Flüchtlingshilfe, die das Rote Kreuz von September 2015 bis August 2016 forderte. Schwerpunkte hierbei waren die Einsätze ehrenamtlicher Katastrophenschutzhelfer beim Errichten von Notunterkünften in Offenbach und auch in Michelstadt sowie dem späteren Betrieb der Odenwälder Notunterkunft durch hauptamtliche Mitarbeiter des Kreisverbandes. Auch hat sich das Rote Kreuz kurzfristig bei der Aufnahme unbegleiteter jugendlicher Flüchtlinge engagiert und eine entsprechende Einrichtung zu deren Betreuung geschaffen.

Kaciala erinnert an den Sicherstellungsauftrag des Odenwaldkreises als Träger des Rettungsdienstes, der für diese Aufgabe seit vielen Jahren das DRK beauftragt hat und auch die Qualitätsstandards und Standorte der Rettungswachen vorgibt. Hierbei betonte er die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst, Dr. Bernhard Krakowka, als Beauftragter des Kreises. Um die Voraussetzungen im Bereich Erbach zu optimieren, wurde die Hauptrettungswache in der Illigstraße umfassend renoviert und modernisiert, wobei insbesondere auch energetische Maßnahmen im Mittelpunkt standen. Auch die Ausbildung von Notfallsanitätern steht im Fokus der DRK-Verantwortlichen. Ab 2021 verlangt das Hessische Rettungsdienstgesetz, dass Rettungswagen mit mindestens einem Notfallsanitäter und einem Rettungssanitäter besetzt sein müssen. In Zusammenarbeit mit der Fachschule für präklinische Notfallversorgung incentiveMED ist es gelungen, bisher schon 26 Notfallsanitäter entsprechend auszubilden.

Der Erwerb und die umfassende Renovierung des ehemaligen VHS-Gebäudes in der Erbacher Bahnstraße nahm ebenfalls breiten Raum in der Vorstandsarbeit ein. Bis auf das Kellergeschoss, das noch für die Flüchtlingshilfe genutzt war, sind die Renovierungsarbeiten abgeschlossen. Mittlerweile sind in dem Gebäude die Einrichtungen der Suchthilfe und der Breitenausbildung sowie der Betriebsrat untergebracht.
Ebenfalls neue Räume hat auch die Außenstelle des Fachbereichs Freiwilligendienste in Bensheim im Kreis Bergstraße erhalten, um den positiven Entwicklungen Rechnung zu tragen.

Nur Positives konnten auch Kreisbereitschaftsleiter Markus Hofmann für den Bereich der ehrenamtlichen Arbeit in den Ortsvereinen und Bereitschaften sowie Kreisleiter Daniel Rabes für das Jugendrotkreuz und Beauftragte Ruth Vetter für die Notfallseelsorge und Krisenintervention im Odenwaldkreis berichten.

Über gute Entwicklungen der Finanzen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vermochten Schatzmeister Helmut Nowak und Kreisgeschäftsführer Holger Wießmann zu informieren.

Insoweit hatten es die Delegierten leicht, dem vom Wirtschaftsprüfer festgestellten Jahresabschluss auf Antrag des Vielbrunner Ortsvereinsvorsitzenden Werner Gebhard zuzustimmen und den Vorstand zu entlasten.

Als Delegierte für die Landesversammlung 2017, die in Eschwege stattfindet, wurden Georg Kaciala, Christa Weyrauch, Helmut Nowak, Daniel Rabes, Andreas Bräuning und Joachim Zimmermann gewählt.

Auch die Ehrung zweier besonders verdienter Aktiver stand im Mittelpunkt der Versammlung. So wurde der frühere Ortsvereinsvorsitzende Günther Daum vom Präsidenten des DRK-Landesverbandes Norbert Södler mit der Verdienstmedaille des DRK-Landesverbandes ausgezeichnet. Günther Daum war von 1988 bis zum März 2016 Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Lützelbach und hat sich in dieser Zeit große Verdienste um den Ortsverein erworben. „Es ist mit Ihr Verdienst, dass sich die Mitgliedersituation sowohl im Verein wie auch in der Bereitschaft stabilisiert hat und der Verein über eine gute Ausstattung an Fahrzeugen und Gerätschaften sowie geordnete Vereinsfinanzen verfügt und angemessene Räumlichkeiten für die Arbeit zur Verfügung stehen“, so Präsident Södler.

Eine nichtalltägliche Auszeichnung erfuhr auch Hedwig Schulz, die sich seit mehr als 35 Jahren im Kreisverband in der Seniorengymnastik- und Tanzgruppenarbeit engagierte. Ihre Ausbildung zur DRK-Übungsleiterin begann 1986. Die Gründung der Seniorengymnastikgruppe in Würzberg 1987, die Frau Schulz bis 1999 erfolgreich leitete, wie auch die Gründung der Seniorengymnastik- und Tanzgruppe in Michelstadt 1991, die sie bis zum Juni 2016 erfolgreich führte, waren mit ihr Verdienst. In regelmäßigen Fortbildungen beim DRK-Landesverband und auch bei Lehrgängen des Bundesverbandes Seniorentanz qualifizierte sich Hedwig Schulz immer wieder auf’s Neue. Das 30jährige besondere Engagement von Hedwig Schulz in diesem Teilbereich der Rotkreuzarbeit würdigte Kreisvorsitzender Kaciala mit der Verleihung der Silbernen Henry-Dunant-Medaille.

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Norbert Södler (r.), Präsident des DRK-Landesverbandes Hessen, und Kreisvorsitzender Georg Kaciala (l.) bei der Übergabe der Silbernen Henry-Dunant-Medaille an Hedwig Schulz © Rosi Geist / DRK

Grußworte an die Delegierten entboten Kreisbeigeordneter Michael Vetter, Bürgermeister Harald Buschmann, Kreisbrandmeister Rolf Scheuermann sowie der stellvertretende Dekan, Pfarrer Reinhold Hoffmann, die allesamt das breitgefächerte und hervorragende Engagement der Odenwälder Rotkreuzorganisation für die Bürgerinnen und Bürger des Odenwaldkreises lobten.