„Helfen kann spannend sein und dabei auch noch Freude machen“

Das DRK – ein Einblick in die ehrenamtliche Vielfalt der humanitären Hilfsorganisation

Volksvertreter beklagen eine grassierende Politikverdrossenheit, die Jugend verortet man gerne am Computerspiel oder beim Chillen und viele Vereine kämpfen ums Überleben. Die Not scheint groß im Land, wenn es um Engagement und freiwillige Leistungen geht. Doch ist es nicht so, dass sich heutzutage manche Beschwerdeführer an den Interessen der Menschen orientieren sollten? Vielleicht sind es gerade diese umgekehrten Vorzeichen, die eine Wende der Misere herbeiführen und ruhende Aktivitäten neu beleben können. 

So jedenfalls sieht dies der Kreisverband des Roten Kreuzes mit seinen zahlreichen niederschwelligen Angeboten im Ehrenamt. Sanis in mausfarbenem Grau gehören schon lange der Vergangenheit an. Auch Tätigkeiten ohne Dienstkleidung sind heute jederzeit möglich. Das Rote Kreuz richtet sich zudem, wo möglich, nach dem Zeitangebot der Helfenden. 

„Wir wollen die Bürger für den Dienst am Menschen gewinnen, indem wir auf deren Neigungen eingehen und sie dort einsetzen, wo sie sich wohlfühlen“, unterstreicht Vorstand Frank Sauer jenen modernen Weg, der für neue Impulse auf dem großen Feld der humanitären Hilfe geebnet ist. „Deshalb mauern wir uns nicht ein, sondern freuen uns, wenn Türen aufgestoßen werden und auch mal frische Ideen fluten“, sagt der Mann an der geschäftsführenden Spitze des Wohlfahrtsverbandes. Die bestehenden Angebote zeichnen sich daher durch Vielfalt aus.   

Heidrun Trautmann (62) aus Michelstadt begeistert sich für ihre Tätigkeit in den Selbsthilfegruppen des Verbandes, wo sie häufig freitags das Team um Sprecherin Friedel Weyrauch unterstützt und bei der Vorbereitung der Treffen hilft. „Als gelernte Bankkauffrau fallen mir die kleinen Verwaltungsarbeiten nicht schwer und ich weiß, dass ich etwas Sinnvolles für die Gesellschaft tue“, erzählt sie nicht ohne Stolz.  „Natürlich profitiere ich auch von meiner Fördermitgliedschaft“, bekennt sie offen. „Wenn man im Urlaub stationär in eine Klinik muss, so wird man kostenfrei in ein wohnortnahes Krankenhaus verlegt, falls die medizinische Notwendigkeit besteht. Aber auch wer sich nicht ehrenamtlich engagieren kann, ist als DRK-Mitglied abgesichert. Den Mitgliedsbeitrag kann man zudem steuerlich absetzen“, schiebt Trautmann einen kleinen Werbeblock nach.      

Vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern seien die zahlreichen Tätigkeitsfelder des Roten Kreuzes gar nicht alle bekannt, schätzt der Verband. Von der medizinischen Unterstützung bei Großveranstaltungen, über die Mithilfe beim Blutspenden bis hin zu verschiedenen Angeboten im sozialen Bereich dehnt sich das Spektrum. Wer möchte, kann sich in zwei Secondhand-Boutiquen in Erbach und in Reichelsheim einbringen. 

Dies gefällt der Reichelsheimer Schülerin Katharina Köhler (14), die auch im Jugendrotkreuz aktiv ist: „So kann ich meine Begeisterung für tolle und nachhaltige Mode ausleben. Die humanitäre Überzeugung finde ich auch super und zeitgemäß. Das Rote Kreuz interessiert sich nämlich nicht für Religionen und Nationalitäten oder Hautfarben. Es ist nur der Hilfeleistung verpflichtet. Das imponiert mir total.“

Für den Diplom-Ingenieur Wolfgang Birkenfeld (50) aus Höchst wiederum, der beruflich in der IT-Branche arbeitet, ist die Mithilfe beim Blutspenden eine wahre Herzensangelegenheit. Seit vielen Jahren organisiert er dort die Abläufe bei den örtlichen Terminen und kümmert sich auch um die vorbereitende Pressearbeit. Warum er dies tut? „Ich habe gerne Kontakt zu Menschen. Wenn ich mit meinem ehrenamtlichen Engagement dann noch eine gute Sache unterstützen kann, macht mir dies umso mehr Freude. Deswegen bleibe ich dabei“, antwortet der Rotkreuzler. 

Zwar hat der Odenwaldkreis keine hohen Gipfel, trotzdem kann das DRK eine Bergwacht vorweisen. Diese ist dem Naturschutz verbunden und kümmert sich vorwiegend um Belange der Flora und Fauna. Auch eine Wasserwacht gibt es im Ortsverein Erbach, die Rettungsschwimmer ausbildet. Somit erweitern diese Sparten den Fächer der möglichen Betätigungen im Verband um zwei Felder, die nur wenige kennen. Interessenten wenden sich per E-Mail an ehrenamt@drk-odenwaldkreis.de und lassen sich über die zahlreichen Angebote informieren.