„Die verfügbaren Impfdosen geben die Richtung vor“

Bündnis der Kompetenzen statt Regatta im Ranking

„Wer kann es besser?“ Eine Frage, die Frank Sauer, Vorstand beim Kreisverband des Roten Kreuzes im Odenwaldkreis, bezüglich der mit dem Impfen gegen Corona beauftragten Einrichtungen immer mal wieder verdeckt aufblitzen sieht. Doch er erteilt auch nur dem leisesten Ansinnen über Konkurrenzdenken in dieser humanitären Angelegenheit eine Absage und betont, dass alle Beteiligten in der Prophylaxe gegen die Pandemie ihre Berechtigung hätten und an ihrer jeweiligen Stelle eine qualitativ gute Arbeit leisteten.

„Ob Hausärzte, Fachärzte, Betriebsärzte oder auch das ärztlich geleitete lokale Impfzentrum: In der momentanen Phase steht die Koexistenz aller im Vordergrund, denn jeder kann an seinem Platz dazu beitragen, den Impfstoff in die Arme zu bringen“, sagt Sauer. Jedwede Einschätzung über primär zu bewertende Institutionen hält er zurzeit für kontraproduktiv. „Denn es kann ja nur das Vakzin geimpft werden, das geliefert wird.“ Und da gebe es, trotz beschleunigtem Impftempo, immer noch Engpässe auf dem Markt, die das Handeln bestimmten und die Möglichkeiten begrenzten.

Sichere Säule im Prozess der Prophylaxe

„Fest steht, dass die Seren zu den Impflingen müssen.“ Ob das nun in Arztpraxen oder in Impfzentren geschehe, darüber könne man gerne später diskutieren. „Momentan jedenfalls ist das dem Odenwaldkreis gehörende und vom Roten Kreuz als Auftragnehmer betriebene Impfzentrum eine sichere Säule im Prozess der Prophylaxe gegen Corona.

Das sieht man an der Wahrnehmung der Bevölkerung dieses Angebotes. Sollten sich die Verhältnisse ändern, sind wir selbstverständlich bereit, darauf zu reagieren“, unterstreicht Frank Sauer und betont: „Im Zeichen der Menschlichkeit ist das Miteinander das Gebot der Stunde. Alles andere liefe in eine falsche Richtung und sorgt für Unmut unter den impfwilligen Bürgern. Das braucht keiner. Nur die Impfung, die brauchen viele. Wer diese schließlich verabreicht, ist sekundär. In der Momentaufnahme halte ich ein Bündnis der Kompetenzen für die einzig zielführende Strategie“, so der Vorstand des Roten Kreuzes abschließend.