Abstriche zur Eindämmung der Pandemie

Rotes Kreuz hat zweites Testzentrum für Oberzent eröffnet

Wenn Politiker im übertragenen Sinne Nägel mit Köpfen machen, setzen sie Zeichen und motivieren die Bevölkerung unter Umständen zu verantwortungsvollem Handeln. So geschehen am vergangenen Freitag in alten Turnhalle an der Hirschhorner Straße, als sich Bürgermeister Christian Kehrer von DRK-Vorstand Frank Sauer mittels Teststäbchen in der Nase abstreichen ließ.  

Nach erfolgreichem Probelauf am Vorabend wurde dort nämlich bei laufendem Betrieb das Testzentrum des Roten Kreuzes eröffnet. Dieses unterhält die Hilfsorganisation in Kooperation mit der Stadt, die um eine feste Anlaufstelle für das Schnelltesten auf Corona gebeten hatte. „Die Idee ist innerhalb der Verwaltung entstanden, weil die Wege nach Erbach ins Testzentrum doch recht weit von hier aus sind. Zwar waren wir mit den Testungen durch das DRK an den Wochenenden sehr zufrieden, doch ist es für unsere Bürgerinnen und Bürger sowie für die Betriebe und Geschäfte wichtig, auch während der Woche von den Abstrichen profitieren zu können“, erklärt der Bürgermeister. 

Auf zirka 200 Quadratmetern Fläche sind Empfang, Abstreich-Sektion und Auswertung in der Kulturstätte untergebracht. Der Bauhof hat das Ambiente mit Foto-Stellwänden, die Motive der Gegend zeigen, in separate Bereiche geteilt. Zwei Test-Straßen werden von vier Mitarbeitern betreut. Die rot markierte ist für ebenso vorhandene Spucktests gedacht, kann aber bei hoher Auslastung die blaue Hauptstraße unterstützen. Das restliche Prozedere entspricht den Abläufen im Testzentrum der Kreisstadt. 

Am Eröffnungstag herrschte reger Betrieb. „Wir sind froh, dass es dank der guten und reibungslosen Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz möglich war, das Testzentrum zu eröffnen und hoffen, dass das Angebot auch gut angenommen wird“, sagt Stefanie Ampferl aus der Stabsstelle der Stadtverwaltung. Somit ist das Testzentrum ein Angebot, dessen Fortbestand bei Bedarf auf jeden Fall bestehen bleibt. Die Chancen stehen gut, denn ansonsten gibt es in Oberzent, der von der Fläche her drittgrößten Stadt Hessens mit 19 Ortsteilen, keine andere Möglichkeit, um sich auf Corona testen zu lassen. Die Abstriche mittels weicher Wattestäbchen werden übrigens in einer Tiefe von zirka zwei Zentimetern entnommen, damit sind eventuelle Ängste vor einer Reizung des hinteren Rachenraumes unbegründet.   

Wer das Angebot von Stadt und Rotem Kreuz wahrnehmen möchte, muss lediglich den Personalausweis mitbringen und frei von den typischen Symptomen, wie Fieber, trockenem Husten oder plötzlichem Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinnes sein. Nach zirka einer halben Stunde bekommt man das Ergebnis per E-Mail zugesendet. Wem diese Möglichkeit nicht zur Verfügung steht, kann nach kurzer Wartezeit sein Ergebnis vor Ort erfragen. Das erstellte Zertifikat dient dem Nachweis des Befundes.  

Ist dieser positiv, wird dies dem Gesundheitsamt gemeldet und das weitere Prozedere mit einstweiliger Quarantäne und dem exakteren PCR-Test durch einschlägige Labore nimmt seinen Lauf. Laut Verordnung darf sich jeder abstreichen lassen, der dies möchte. Der Test im Zentrum des Roten Kreuzes ist nicht an einen bestimmten Wohnort gebunden. In seiner Sorgfaltspflicht erinnert das DRK daran, dass diese Schnelltests nur Momentaufnahmen des jeweiligen Tages sind und keine langfristig geltenden Befunde. Wertvoll sind sie aber allemal, da symptomfreie Virusträger ermittelt werden können und eine mögliche Infektionskette unterbrochen wird.

„Wir sehen diese Kooperation als weiteren Schritt zur Eindämmung der Pandemie“, unterstreichen Projektleiter Stefan Beller, Rot-Kreuz-Vorstand Frank Sauer und DRK-Präsident Georg  Kaciala das neue Angebot. Testen lassen man sich sowohl mit als auch ohne Anmeldung. Vor dem Gebäude sind viele Parkmöglichkeiten vorhanden. Geöffnet ist das Testzentrum täglich von 6 bis 10 Uhr und von 16 bis 20 Uhr. Anschaulich erläutert ist die Vorgehensweise auf www.testzentrum-odw.de.